Fenestrelle

Fenestrelle, das alte Handelszentrum an der Via delle Gallie, dem Weg nach Gallien, war ein "Finis terrae", Grenzgebiet am äußersten westlichen Winkel des Herrschaftsbereichs des mit Rom verbündeten cottischen Volksstamms. Das Dorf der "kleinen Fenster" - so der Name wörtlich, weil deren vñffnung mit einer städtischen Steuer belegt war - liegt im Herzen des oberen Chisone-Tals im okzitanischen Gebiet im Schatten der mächtigen Festung San Carlo, die Vittorio Amedeo II. errichten ließ, um die Franzosen endgültig fern zu halten.

Die grandiose Festung versperrt das Tal wörtlich in der Senkrechten - von den Hängen des Orsiera bis zum Flussbett des Chisone. Heute ist sie hervorragend für Besichtigungen, aber auch für Veranstaltungen, Aufführungen und Konzerte ausgerüstet. Ein anderes Aushängeschild von Fenestrelle ist auf der Straße zum Colle delle Finestre das Ferienzentrum Pra Catinat im Naturpark Orsiera, das im ehemaligen Sanatorium Agnelli eingerichtet wurde, ein Modell für Umweltpädagogik auf europäischer Ebene mitten in einer völlig grünen Berglandschaft und beliebtes Ziel der Bergsteiger: von Bergerie Jouglard und der Hütte Selleries kannn man zum Lago Ciardonnet am Hang des Orsiera oder zu den zauberhaften kleinen Seen des Manica aufsteigen. Über allem thront der Gipfel des Cristalliera, der höchste Berg des Naturparks.

Die Ortsanlage von Fenestrelle hat ihren mittelalterlichen Charme unversehrt zu erhalten vermocht. Sehenswert sind der alte achteckige Glockenturm der Jesuitenkirche und die Orgel aus dem 19. Jahrhundert in der Pfarrkirche San Luigi; sehr schön sind die Kapelle von Chambons aus dem 17. Jahrhundert und die alte Prioratskirche San Giusto in der grünen Ebene von Mentouilles, in der - wie der Name verrät - reichlich Minze wächst. Zu den Spezialitäten von Fenestrelle gehören neben der traditionellen Frauentracht die köstlichen "Gofri", die lokaltypischen Waffeln.

Texte und Fotos von www.montagnedoc.it

 
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